2022 sind auch Discounter in der Pflicht Elektroschrott zurück zu nehmen

Aldi, Edeka, Lidl und Co.:

Bild: dpa / Julian Stratenschulte
Von Melanie Müller

In den vergangenen Jahren ist die Menge an Elektroschrott um 21% angestiegen. Und auch in Deutschland wird jährlich überdurchschnittlich viel davon produziert, so der Elektroschrott-Monitor¹ aus dem vergangenen Jahr.

Um ebendiesen Umständen gegenzuwirken hat der Bundesrat nun ein neues Gesetz beschlossen. Das soll Verbraucher*innen die Entsorgung von Elektro Klein- und Großgeräte, erleichtern: Auch Discounter und Supermärkte müssen ab Januar 2022 alte Elektrogeräte zurücknehmen.

Jedoch betrifft das nur Läden mit einer Größe über 800m², die selbst mehrmals im Jahr Elektronik vertreiben. Kleine Geräte wie Taschenrechner und Powerbanken, die selbst nicht aus dem Hauseigenen Bestand stammen, sollen zusätzlich zurückgenommen werden. Bei größeren fasst das Rückgaberecht nur, wenn es auch im jeweiligen Discounter gekauft wurde. Die neue Regelung gilt zudem auch für den Onlinevertrieb. Händler sollen in diesem Rahmen eine unkomplizierte und kostenlose Rückgabe ermöglichen und diese auch aktiv bewerben.

Das neue Gesetz passt sich den Vorgaben der EU zum Recycling an, die in der Vergangenheit nicht, wie gewünscht, eingehalten werden konnten. PC WELT² berichtet diesbezüglich, dass laut EU-Richtlinie 65 Prozent aller Elektro- und Elektronik-Altgeräte gesammelt werden müssen. „Deutschland liegt hier nur bei 43 Prozent.“

Wieso die neue Regelung

Natürlich ist uns Mülltrennung ein Begriff. Doch gehört nicht nur Plastik, Restmüll und Bioabfälle getrennt; auch ist die Elektronik betroffen und dennoch gerät der ein oder andere elektronische Abfall in den normalen Haushaltsmüll. Deutschlandweit werden „bisher weniger alte Elektrogeräte eingesammelt […] als eigentlich von der EU vorgeschrieben“, so die ZEIT³.

Nicht zu vergessen ist, dass unsere Geräte einige wertvolle Stoffe wie Kupfer und Kobalt, enthalten. Diese könnten also zurückgewonnen werden – wenn sie richtig entsorgt und recycelt werden. Zudem wissen wir bereits durch die Batterieentsorgung, was für gesundheitsschädliche Stoffe ebendiese elektronischen Geräte in sich tragen.

Auch zeigen Statistiken, dass der Elektroschrott weltweit jedes Jahr kontinuierlich ansteigt. Mittlerweile ist der weltweite Elektroschrott bei über 50 Millionen Tonnen jährlich. Sollte diese Entwicklung also weiterhin nach oben steigen, könnten die daraus resultierenden CO2-Kommisionen einen großen Teil einer wirklichen Umweltkatastrophe beitragen. Im Jahr „2019 [haben ebendiese] fast 100 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente ausgestoßen und damit 0,3 Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen ausgemacht“, so der BR⁴.

Was haltet ihr von dem neuen Konzept der Elektroschrottentsorgung? Und wie ist es bei eurer Mülltrennung?